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Kreativitätsflow

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Als Kind habe ich immer irgendwas mit meinen Händen gemacht. Gemalt, gebastelt, gematscht… Dieses Machen hat mir unheimliches Vergnügen bereitet. Wenn etwas fertig war, war es meistens unmittelbar danach unwichtig für mich. Ich zog meine Befriedigung allein aus dem Tun. Ich war – wie man heute so schön sagt – im Flow meiner Kreativität und brauchte nichts anderes.

BlassblaueFarbeZu diesem Zustand, quasi zu meiner Ur-Kreativität, möchte ich wieder öfter zurückkehren. Um aus ihr schöpfen zu können. Deshalb habe ich mir vorgenommen, mindestens einmal im Monat etwas auf diese kindliche Art zu tun. Ohne einen höheren ästhetischen oder handwerklichen oder nützlichen Anspruch an mich und an das, was ich mache.

Ich habe (von meinen Kinder inspiriert) bereits Steine gesammelt, bemalt und wieder ausgelegt (hier!). Mein neustes Machwerk ist abermals von meinen Kindern angeregt worden: Wir unterhielten uns lange in einer Fantasiesprache. Dann erinnerte mich Sarah Maria in einem Post an J.R.R. Tolkiens Elbensprache.

GeheimeGelüste1Und – wie das bei Gedankenketten so ist – ich dachte darüber nach, was meine Kinder getan hatten, als sie kleiner waren. Etwas das ich als extrem kindlich empfinde: Das Bemalen von Wänden. Dunkel meinte ich mich auch noch an die heimliche Lust zu erinnern, die ich verspürt haben muss, als ich Kritzeleien an den Wänden meiner Eltern hinterließ.

So bildete sich die Idee heraus: Ich wollte Wände bemalen. Okay, erst einmal eine, bzw. ein kleiner Teil davon. Und  (Feigling, werdet ihr jetzt rufen!) eine Wand im unrenovierten Flur. (Da sprach dann doch die Erwachsene zu mir.)

Auch wenn mein Tun in gewisser Weise weniger heimlich und sozusagen einen doppelten Boden hatte, bereitete es mir trotzallem ein riesengroßes Vergnügen etwas zu tun, was ich sonst nie tue. Und es wird mir sicher schwer fallen, die blassblaue Fantasieschrift eines Tages zu übertünchen.

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Jetzt seid ihr dran! Wenn ihr wollt, macht einfach irgendetwas um des Machens wegen und verlinkt euch. Ich würde mich freuen, wenn auf diese Art ein kleines Inspirationsnetzwerk entsteht. (Deshalb verlinke ich jetzt noch zum Creadienstag…)

 


40 Comments

  1. Tun um des Tuns Willen – ja, das ist gut !
    die ständige Frage nach dem Nutzen kann so viel kaputt machen bzw. gar nicht erst entstehen lassen

    lieben Gruß
    Uta

    • Mila says

      Du triffst es mit dem “gar nicht erst entstehen lassen” genau. Manchmal scheitert der Spaß an der Ambition. Also überwinden wir sie!

  2. Ich finde, du hast es wunderbar erfasst und beschrieben, wie Kinder agieren und warum sie so handeln.
    Tun um des Tuns willen.
    Der Weg ist das Ziel.
    Das drückt es wohl prima aus und du hast einen schönen post dazu geschrieben und mich echt ins Grübeln gebracht, ob ich irgendwann meinem inneren Kind noch mal nachgegeben habe.
    So spontan fiel mir da keine Aktion ein.
    Das sollte ich wirklich mal ãndern!
    Danke für deinen Gedankenanstoß,
    LG,
    Monika

    • Mila says

      Um diese kindliche Kreativitätsfreude stärker in meinen Alltag einzubinden, werde ich jetzt mindestens einmal im Monat eine solche Idee vorstellen. Daher hast du ganz viel Zeit, um dich inspirieren zu lassen. Ich würde mich sehr freuen, wenn aus dem Gedankenanstoß eine Idee bei dir keimt…

  3. dein wandfries ist wunderschön geworden und ich wüßte auch nicht, ob ich es übermalen würde!! dabei ist mir aber eine gute idee gekommen! mal sehen, ob und wann ich sie umsetzen kann. ich hab ja noch ein bisschen zeit zum verlinken.
    liebe grüße, mano

    • Mila says

      Jetzt möchte ich die gute Idee aber unbedingt sehen!!!!!

  4. Das ist ja mal eine coole Aktion. Ich laufe auch immer dem Ideal nach, dass meine Basteleien irgendwie “nützlich” sein müssen. Aber zum Entspannen ist das nix. Mal sehen, ob mir dieses Woche noch eine kreative Mußestunde über den weg läuft 😉
    GLG Johanna

    • Mila says

      Ich würde mich sehr freuen, liebe Johanna. Die Idee ist ja, dass ich mich auch von euch inspirieren lassen kann…

  5. Eine ganz feine Wand ist dsa geworden. Glückwunsch dazu und zu diesem nächsten “sinnbefreiten” Werkeln – wie großartig!
    LG. Susanne

  6. Liebe Milan, toll ich bin immer noch sehr begeistert von Deiner großartigen Idee und Deinen Gedanken dazu! Bin gespannt wann ich in die Buschen komme. Allerliebst, Katharina

    • Mila says

      Kein Druck. Es soll ja vor allem: Spaß machen!

  7. Oh ja, einfach im Tun aufgehen, das tut so gut!
    Und hübsch ist deine Wand außerdem :-)
    Liebe Grüße von Lena

    • Mila says

      Im Tun aufgehen – dieser Begriff gefällt mir auch sehr…

  8. wirklich wunderbar – aber verdammt schwierig
    ich kann mir da gerade nur das herumwühlen in frischer erde vorstellen, wenn’s ans balkonbepflanzen geht 😉
    lg anja

    • Mila says

      Tatsächlich finde ich es auch schwierig, liebe Anja, den Kopf auszuschalten und zweckfreier zu machen. In Erde rumwühlen, das ist auch etwas, was ich als Kind gerne einfach nur des Gefühls wegen getan habe. So wie ich heute noch in jedem Urlaub am Meer Sandtröpfelburgen baue…

  9. Ha Mila, sehr lustig Deine Wand!
    Haben die Kinder mit Dir geschimpft?
    Mir fällt die Geschichte einer Freundin ein, deren Schwester (vor über 30 Jahren) beim weißen (Designer) Ledersofa die Nähte rot angemalt hat…aber ich schweife ab…
    Ich bin derzeit zu sehr auf Produktivität geeicht, deshalb habe ich hier heut nix dabei.
    Tatsächlich sammle ich schon ne Weile Verpackungsmüll, vielleicht mach ich damit mal Quatsch. Bald.
    Dein Sessel ist ein Traum. da kann man (oder Frau) ja herrlich lümmeln :-)
    Und wie war der Stickkurs??
    Liebe Grüße,
    Kerstin

    • Mila says

      Meine Kinder waren zugegebenermaßen ziemlich irritiert. “Hast DU die Wand angemalt, Mama????”
      Verpackungsmüll klingt spannend als Kreativmaterial…
      Der Sessel ist leider, leider nicht meiner, sondern er steht in der Royal School of Needlework. Und ich hätte ihn gerne mitgenommen. Ich schreib noch an einem Posting über den Stickkurs. Ganz bald erfährst du mehr…

  10. Liebe Mila! Geheimnisvolle Schriftzeichen in so einem schönen Blau… ein Kunstwerk auf Zeit, das irgendwann unter anderen Farbschichten verschwindet. Eine tolle Idee! Und ich hab wieder nur zielgerichtet gewerkelt. Obwohl, ha, da fällt mir doch was ein: wir haben hier zusammen mit so einer tollen “Sandknete” (kinetic sand), die sich wunderbar weich anfühlt, stundenlang geformt. Sandkiste für drinnen also 😉 Vielleicht schon mal ein Anfang. Liebe Grüße, Ulli

    • Mila says

      Sandknete kenne ich gar nicht, liebe Ulli, aber mit Sand spiele ich auch heute noch sooo gerne… Das ist doch schon mehr als ein Anfang!

  11. Ach herrlich deine Idee! Ich habe heute morgen erst meine süße kleine Maus beobachtet, wie sie ein Tierbuch aufgeschlagen hat und einfach die süßen Pinguine abgemalt hat, einfach weil sie ihr gefallen. Ich habe sie natürlich eingescannt, um sie montags an meinem Kinderkunsttag zu zeigen. Dein Aufruf lässt mich aber auch darüber nachdenken, wann ich das letzte Mal einfach so (ohne Grund) kreativ war und irgendwie bleibe ich doch auch bei meinem MusterMittwoch hängen. Da mache ich auch mit einfach weil es mir gefällt und lasse dabei meiner Kreatvität Raum… aber ob das hier auch gilt? Ich bin ganz gespannt, was alles gezeigt wird. LG Karin

    • Mila says

      Dadurch, dass die Kreativität frei laufen soll, gilt im Prinzip ja alles. Tatsächlich ist es unheimlich schwer, wie ich finde, mich dazu zu bringen sinnfrei zu werkeln. Da muss erstmal der ganze angehäufte Vernunft-Überbau zur Seite geschafft werden. Aber ich fange ja auch gerade erst an. Und habe schon die nächsten Ideen. Immerhin…

  12. Liebe Mila,
    eine ganz tolle Idee und es ist wie immer was wunderschönes daraus entstanden, allzuoft machen wir Dinge ja nur noch geplant.
    Liebe Grüße
    Armida

    • Mila says

      Ja, stimmt, es ist wieder recht ästhetisch geworden. Dazu neige ich offenbar immer noch. Mal schauen, vielleicht kriege ich ja sogar noch was unästhetisches hin. Der Ausgang ist offen. Liebe Grüße zurück…

  13. Das ist eine großartige Idee! Und Wände zu bemalen erst recht: Das hat so etwas konsequenz->freies. :)
    – Und ganz besonders freue ich mich natürlich darüber, dass mein Posting einen Platz in deiner Assoziationskette einnehmen durfte! <3

    Liebe Grüße zu dir,
    Sarah

    • Mila says

      Ich finde es immer witzig, wenn mich beim Blog-Lesen etwas anspringt, das mich dazu anregt, meine Fantasie spielen zu lassen…

  14. Wände bemalen…..ja, ist noch gar nicht solange her (sieben Jahre!), da hat mich mein Sohn damit in der Küche überrascht (drei war er da!)! Der Moment der Überraschung war sehr gelungen…..danach haben wir dann aber neu gestrichen! ;-)))))
    Hab ich als Kind allerdings auch gemacht (aber in meinem eigenen Zimmer) und deshalb konnte ich auch ein bisschen drüber lächeln!

    Liebe Grüße,
    Moni

    • Mila says

      Ich gebe zu, dass ich nicht so richtig amüsiert über die kreativen Wandmalereien meiner Kinder war. Hätte ich da gewusst, dass ich es ihnen eines Tages nachmachen würde…

  15. Ich mag deine Wand auch – das war bestimmt ein sehr entspanntes Kritzeln. :)

    Mir ist gerade eher danach Farbbomben gegen die Wand zu werfen – nur hält mich von solchen Ideen das Wissen ab, dass ich danach diejenige bin, die die Sauerei drumherum wieder saubermachen darf. 😉 Manchmal ist erwachsensein ganz schön doof.

  16. Mila says

    Das Werfen würde garantiert unfassbaren Spaß machen. Oder mit Farbe schießen, wie es Niki de Saint Phalle gemacht hat. Aber dafür wäre dann ein Atelier nicht schlecht. Erwachsen sein kann ganz schön hemmen!

  17. diese Schrift erinnert mich an einen Schatz, den man bergen kann, sobald die alte Tapete weg ist… ganz wunderbar!
    sei herzlich gegrüßt
    Denise

    • Mila says

      Ja, das stimmt. Als ich die alten Tapeten in unserem Häuschen weggerissen habe, kam auch an der ein oder anderen Stelle ein bißchen was von der alten Wandbemalung heraus. Leider zu wenig und in einem zu schlechten Zustand, um es an der ein oder anderen Stelle stehen zu lassen…

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