Kreative Gedanken

Phantasie braucht Raum

Samstagsplausch

“Habt ihr die reichen Damen mit all ihren Diamanten gesehen?”, seufzte Jane. “Es muss wundervoll sein, wenn man reich ist!”   “Aber wir sind reich“, erwiderte Anne entschieden. “Wir sind sechzehn Jahre alt, wir sind glücklich – und wir haben Fantasie! Schaut euch das Meer an, wie es dort drüben silbrig schimmert – hell und doch voller Schatten und unergründlicher Geheimnisse. Selbst wenn wir Millionen Dollar und meterlange Diamantenketten hätten – es könnte nicht schöner sein.”

Anne auf Green Gables – Lucy Maud Montgomery

Tanzraum

Es ist die Enge des Alltags, diese gefühlte Eingepferchtsein in terminliche geregelte Abläufe, dieses permanente Hinterhergehinke Verpflichtungen gegenüber, die uns so oft vergessen lassen, wie reich das Leben sein kann. Reich an Kreativität und Phantasie. Ich könnte noch etliche Zitate von oben genannter Anne aufführen, die Raum für ihre Phantasie einfordert und ihn sich nimmt. Raum für Phantasie habe ich mir im Urlaub genommen. Denn es spielt keine Rolle, ob man sechzehn ist oder über vierzig. Fast allein in den Bergen zu sein mit einmaligen Blicken, das macht den Kopf frei für die essenziellen Dinge im Leben. Für Träume und Wünsche und Gedanken. Und fürs Tanzen. Einfach mal so. Am Besten im selbstgenähten Kleid. (Der Song dieser Ferien: Renato Carasone – Tu Vuo Fa L’Americano)

Gottesanbeterin

Der Blick auf Fantasiewesen lässt neue Ideen entstehen. Ungeahnte. Wunderschöne.

“Did you see all the diamonds those ladies wore?” sighed Jane. “They were simply dazzling. Wouldn’t you just love to be rich, girls?” “We are rich”, said Anne staunchly. “Why, we have sixteen years to our credit, and we’re happy as queens, and we’ve all got imaginations, more or less. Look at that sea, girls – all silver and shallow and vision of things not seen. We couldn’t enjoy its loveliness any more if we had millions of dollars and ropes of diamons.” Anne of Green Gables

I enjoyed the loveliness of the mountains and the room for fantasy like Anne claims. I specially loved to visit my friend Lynn‘s studio – full of joy and life…

Wunderwesen

Jeder hat seine eigenen Raumvorstellungen. Anna lebt auf dem Nachbarberg ihren Traum vom Leben mit eigenen Lebensmitteln aus. Das Glück sieht man ihr an. Es liegt in den Lachfalten. Man kann es auch schmecken, wenn man ihre Frandura isst, ihren köstlichen Kartoffelkuchen.

AnnamitEnte

Ein anderer Mensch, der sich Raum für Phantasie nimmt, ist meine Freundin Lynn. Sie lebt ihre Kreativität nicht nur in ihrem Studio aus, das vor Lebensfreude nahezu überquillt…

Wunderkammern

Lynnsmaltisch

Lynnsschmucktisch

Vögel

Auch bei ihr geht Fantasie durch den Magen…

LynnsKüche

Lynnspizza

Manchmal muss man einfach nur auf einen Berg steigen, um wieder klaren Blick zu haben…

Raumfürfantasie

… und Durchblick zu bekommen.

KaffeemitBlick

Die Frage ist nur, wo kriege ich jetzt mitten in Köln den Berg her?

Weiteren Samstagsplausch findet ihr bei Andrea

STeinstrick

35 Comments

  1. wie herrlich schön, wertvoll und unverzichtbar solche menschen und orte zu kennen!
    deinen berg trägst du sicher im herzen 😉
    lg und ein wunderbares wochenende
    anja

    • Mila says

      Dankeschön. Dir einen wunderbaren (bei uns völlig verregneten) Sonntag…

  2. Oja, so einen Berg könnten wir alle in unserem Alltag gebrauchen. Um von dort oben in die WEite zu schauen und nicht immer nur das Kleinstteilige vor uns zu betrachten. Komm entspannt im Alltag an und schaffe dir hier deinen ganz eigenen Bergblick – vielleicht mitten im Tal mit dem Blick hoch in den Himmel :-)
    LG. Susanne

    • Mila says

      Du bringst es auf den Punkt: Alltag besteht aus so viel Kleinteiligem. Und das Große, das Ganze wird dabei so oft übersehen.

  3. Na, du schaust ja wirklich toll frisch aus auf den Fotos von Lynn! Der Blick ins gleichmäßige Bergengrün tut schon sehr gut, da erinnere ich mich gerne dran…
    Ich hoffe, dass du etwas davon in den Alltag retten kannst.
    Herzöich
    Astrid

  4. Wie wunderbar! Und so treffend beschrieben. Es ist so schwierig zwischen Bügelwäsche und Steuererklärung etwas besonderes entstehen zu lassen. Besonders wenn die letzte richtige Freiheit zu lange her ist.
    Meine Lieblingsversion von Tu Vuo Fa L’Americano ist diese hier: https://www.youtube.com/watch?v=NOzZ1zBBw2A
    Von Dany Brillant gibt es noch mehr bei youtube. Besonders die älteren Sachen mag ich sehr. Das ist Musik aus den Anfängen meiner Liebe mit Herrn Z.
    Was mich darauf bringt nicht nur Phantasie braucht Raum, auch die Lieber, der tut zuwenig Freiheit und zuviel Alltagslast auch gar nicht gut.
    Liebe Grüße und schönes Wochenende
    Jennifer

    • Mila says

      Auch Liebe hat ja ganz viel mit Phantasie zu tun. Lustig, dass du den Song schon kennst. Für ich war er – obgleich alt – ganz neu. Schütteln wir heute einfach die Alltagslast mal ab und genießen Freiheit!

  5. Ich glaube, um von Alltagsdingen nicht vollständig erdrückt zu werden, muss man sich ganz bewusst Fluchten schaffen…kurze Auszeiten…ganz bewusst genutzt für schöne Dinge…und die gibt es reichlich im Leben…man muss nur einen Blick dafür haben…wie du. LG Lotta.

    • Mila says

      Zumindest ab und an gelingt mir der Blick. Öfter mal den Kopf heben!

  6. Wunderschön…, und jeden Tag gibt es Wunderschönes, Wunderbares zu sehen, zu erleben. Da stimme ich Lotta ganz und gar zu. Und klar, eine solche Auszeit bringt die Perspektiven wieder in Ordnung, und deshalb ist es gut, sie sich ab und an zu gönnen. Ich sehe dann auch gleich an mir, wie meine Falten weichgezeichnet werden…, wenn ich einfach nur sein darf und nicht (nur) funtionieren muss. Lieben Gruß, und ich freue mich sehr auf deine Sommerpost! Ghislana

    • Mila says

      Einfach nur sein dürfen. Das trifft es so gut. Besonders das “einfach”. Kein Chichi drumherum. Die Sommerpost werde ich heute – hoffentlich – endlich fertig machen.

  7. Du könntest zu uns kommen, liebe Mila! Wir haben zwar keinen Berg.. aber zwei Kohlenhalden.. vielleicht helfen die ja auch ;)) Grinsende Grüße, Nicole

  8. Ein wundervoller, bezaubernder Beitrag.
    Man fühlt soviel Ruhe, Geborgenheit und Lebensfreude.
    Die Magie dieses Ortes fühlt man richtig in Bild und Text :-)
    LG, Michaela

  9. Wow, so schön geschrieben! Wie du nun an deinen Berg in Köln kommst, kann ich dir leider auch nicht sagen. Ich suche meinen schon ewig in Berlin! Finde ihn manchmal und träume ihn wieder weg… Deine Freundin macht es richtig!
    Liebe Grüße und ich freue mich dich zu unserer Plauschrunde zu begrüßen,
    Andrea

    • Mila says

      Vielleicht sind es manchmal tatsächlich die Kohlenhalden, wie Nicole schreibt, die wir in unserer Stadt erklimmen müssen.

  10. Und ich dachte, der Fluss und die Schafe seien deine Berge. :) Schön, dass dir der Urlaub so gut getan hat und so viel Inspiration und Regeneration gebracht hat. Mögen diese Tage noch lange nachklingen.

  11. ich hoffe, du kannst den berg noch lange in deinem kopf und deinem herzen bewahren – dann finden sich immer wieder ecken (eckchen?) zum austoben, zum freudigen gestalten, zum innehalten.
    was für dich der berg ist, ist mir das meer. ich sehnsuchte mal wieder!!
    herzensgrüße
    mano

    • Mila says

      Vielleicht sollte ich mir einen kleinen Berg häkeln – oder malen, das wäre dann mal wieder was Neues zum Ausprobieren… “sehnsuchten” ist eine herrliche Beschäftigung…

  12. yves Klein im Museum Ludwig!!! jedes mal wenn ich einen Bergblick brauchte, musste ich mich vor dieses Gemälde setzen.. es ist wie ein Blick ins Meer von der Klippe … einen neuen Blick zu finden – da hast du Recht! – ist manchmal sehr sehr wichtig!
    herzliche Grüße
    Denise

    • Mila says

      Ah, das Bild kenne ich nicht, bzw. ich habe es nicht in Erinnerung. Aber das Museum Ludwig ist zum Glück nicht weit. Dann muss ich wohl mal dorthin wandern.

  13. Vor sehr vielen Jahren war ich mal im tiefsten Piemont und es hat mir seeehr gut getan.
    Ich finde Deine Bilder und Worte sehr schön und hätte Dir gerne einen Song geschickt (über einen Berg, oder vielmehr die Sicht vom Berg und den Abstand zum Alltag) den ich aber nicht finden konnte. Ich hab ihn im Kopf aber nicht mal Google konnte helfen.
    Ich bleib aber dran, den diesen Song hören ist ein wenig wie auf dem Berg sein :-)
    Hab es im flachen Köln schön und “rette” Dich im “Notfall” auf Deinen Herzensberg!
    ♥Kerstin

    • Mila says

      Vielleicht ist es dein ganze eigener Song geworden, wenn er nicht mal in den Tiefen des Netzes aufzufinden ist! Herzensberg – das gefällt mir…

    • Mila says

      Gern geschehen. Musik ist ja ein wunderbarer Erinnerungs-Trigger. Kaum höre ich das Lied, zuckt es mir in den Beinen…

  14. Your quote from “Anne of Green Gables” reminds me of one of my favorite children’s books “the table where rich people sit”. Do you know it?

  15. Pingback: Kreativer Anstoß | Creatures & Creations

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