Vintage Inspirations

Einfach so folkloristisch

FridasFolkloreBlumen

Wenn ich eines faszinierend finde, dann sind das die folkloristischen Blumenmuster aus den 50er Jahre “Elsa – Handarbeit und Wäsche”-Heften. Irgendwo zwischen Frida Kahlo und Trachten.

Herausgesucht für Michaelas Muster-Mittwoch, der unter dem Thema “Folklore” steht. Bisher ziert bei mir im Haushalt nur die Schürze ein folkloristisches Blumenmuster, die ich von Frau Zuckerrübchen geschenkt bekommen haben. Doch dieser Mangel an Folklore wird sich ändern.

Schürzenfolklore

Ich habe mich zuvor schon mal am ersten Blumenstich versucht, aber wenn man die Vorbilder ansieht, müssen die Blumenmuster viel, viel üppiger angelegt werden…

Röslein

Es juckt mich in den Fingern, mein eigenes Frida-Folklore-Muster zu sticken… Zum Beispiel auf einer Strickjacke ähnlich wie diese…

Strickjackenfolklore

Gestern Abend habe ich dann noch spontan mit Wachskreiden, Schere und Papier gemustert. Mein Vorsatz, mindestens einmal im Monat “einfach so” kreativ zu sein, ohne großen Plan dahinter, ohne den Anspruch, etwas Sinnvolles oder sonstwie Dekoratives in den Händen zu halten, der lässt sich mittlerweile fast von allein umsetzen.

Ach, das kreative Anstoßen, das macht einfach Spaß!

SchereundFolklore

 

30 Comments

  1. bei deinen bildern fällt mir spontan eine solche jacke ein, die meine mutter mir mal gestrickt hat. kommt alles wieder, wobei ich sie heute so nicht mehr tragen würde. ich bin da immer ein wenig zwischen gefallen und “ist nicht meins” hin- und hergerissen. deine muster gefallen mir gut :-)
    lg anja

    • Mila says

      Vielleicht ist es anders, wenn man es selbst mal getragen hat/ tragen musste. Ich wurde als Kind nur in Cordhosen und Nikkipullover gesteckt. In mir schlummert noch immer die große unerfüllte kindliche Sehnsucht nach einem grünen Dirndl mit einer gelben Schürze, wie es meine damalige Kindergartenfreundin Anja besaß. Wahrscheinlich war es in Wirklichkeit scheußlich, aber in der Erinnerung… Hach…

  2. I love your routine to create without a grand plan. Your flowers are awesome.

    • Mila says

      Thank you Lynn. How’s your work for your exhibition going?

  3. Ja, Folklore – das muss bei mir auch wohl gewählt sein und fürs Tragen von Kleidung bin ich definitiv nicht der Typ. Aber hier und dort auf Taschen oder als Umschlag für ein Sketchbook oder auf Postkarten vor meinem Auge… das ist schon eher meins. Oder gezielt auch auf Dekoartikeln. Ich bin immer sehr neidisch, wenn jemandem Folkloremuster von der Kleidung her steht, bei mir wäre es nur aufgesetzt und deshalb würde ich mich auch nicht wohl fühlen damit. Dein “einfach so” Kreativsein ist jedenfalls toll und schön, dass du das für dich umsetzt!
    LG. Susanne

    • Mila says

      Ich glaube, Folklore muss auch so einen Touch Wild-Buntes haben, sonst finde ich es zu trachtig. Z.B. ein Muster in Neon, das könnte ich mir auch witzig vorstellen…

  4. Wie wunderfein, deine Folkoresammlung und dein Vorhaben, Blüten zu sticken… ich bin zum Sticken definitiv nicht geeiignet, ein tiefes Kindheitstrauma…
    ach, und das Stoffdruckbuch, das ich heute vorstelle, gibt es noch massenweise antiquarisch zu kaufen. Ich danke fürs Mitmustern und sende liebe liebe Grüße
    Michaela

    • Mila says

      Gut, manche Kindheitstraumata überwindet man nie, kann ich verstehen. Dafür hast du ja ganz andere Möglichkeiten zum Mustern, die mich immer wieder beeindrucken. (Das Buch wird meines werden!)

  5. Beim Anblick der Blumenmuster, erinnerte ich mich spontan an eine reich mit Blumen bestickte Schürze, auch in diesem Blau, die meine Mutter hatte. Und tief im Erinnerungskasten meines Hirns erstand dann das Bild einer über und über bestickten Ziertischdecke auf.
    …Und ich erinnerte mich, dass ich mir Anfang der Achtziger eine Trachtenjacke in Taubenblau gestrickt hatte, über und über mit Blumen bestickt, aus einer Trendstrickzeitung dieser Zeit (??? Weiß leider nicht mehr, wie sie hieß)

    Alles ist nicht mehr vorhanden, aber schön, sich mal wieder dran zurückzuerinnern, auch wenn das heute alles nicht mehr “meins ist”.

    Ich war übrigens eher so die Generation Trevira2000! Wer kennt noch diesen 100% Polyester-Stoff? Buuaahhh!

    LG, Monika

    • Mila says

      Trevira2000 musste ich gerade erst mal googlen. Oh ja, Folkore-Pop hoch zehn. In einem siebziger Handarbeitsbuch aus meiner “Sammlung” sind übrigens Trachtenjacken abgebildet, die denen aus den 50ern frappierend ähneln. Mode wiederholt sich eben ständig selbst. Zum Glück nicht immer mit Polyester…

  6. Komisch, an “Elsa” erinnere ich mich nicht, wohl aber an Handarbeitszeitungen der unmittelbaren Nachkriegszeit, denn meine Oma & Mama mussten sich damit den Lebensunterhalt als Flüchtlinge verdienen. Ich bin also mit diesen Mustern aufgewachsen, habe sie immer geliebt, gestickt, mit der Hand, der Maschine.
    Ich habe mich zeitweise auch mit dem Symbolgehalt einzelner Musterelemente beschäftigt und war beeindruckt, welch atavistische Elemente bzw. vorchristliche religiöse Vorstellungen sich dahinter verbergen, sozusagen aus eher matriarchalisch orientierten Zeiten. Es hat mich nicht verwundert, dass sensible Menschen wie Frida Kahlo davon fasziniert waren & selbst entsprechende Kleidung getragen haben.
    Ich selbst kann mich immer wieder von entsprechenden Kleidungsstücken zum Kauf verführen lassen und Stoffmuster mit diesen Anklängen finde ich extrem ansprechend.
    Nichtsdestotrotz kann ich mir zeitgenössische Fassungen gut vorstellen. Muster sind auch Kulturgüter, die einem stetigen Wandel unterworfen sind.
    LG
    Astrid

    • Mila says

      Das ist ja interessant mit den atavistischen, vorchristlichen Mustern – und vor allem mit den eher matriarchalischen Anklängen. Das hat ja wirklich was von “Stitching History” statt “Oral History” … Frauen brachten Frauen die Symbole bei – immer und immer weiter durch die Zeiten.
      Die Muster fand ich zwar schon immer schön, der Buntheit wegen habe ich aber bisher auf das Tragen solcher Sachen verzichtet, d.h. ich hatte als Kind ein wunderschönes besticktes Folklore-Kleid aus Indien. Leider hat es nicht überlebt, das macht mich heute noch ein wenig traruig…

  7. Die Liebe zu dieser Art Muster teilen wir wohl. Ich besitze einige Deckchen mit Mustern wie in deiner Collage. Die mögliche Verwendung liegt noch SEHR im Nebel. Aber auf Flohmärkten kann ich da nicht wiederstehen. Die Strickjackenärmel finde ich besonders schön. Die kleine Rübe hat eine ähnliche Stickjacke wie die Rote, nur in naturfarben als Grundton. Die habe ich mal aus einer Flohmarktwühlkiste gerettet. Jetzt wird sie sehr zu Dirndln geschätzt.
    Ich bin gespannt was am Ende aus deiner Inspiration entsteht.
    Liebe Grüße von Jennifer,
    die sich immer noch sehr freut dir diese Schürze geschickt zu haben.

    • Mila says

      Du wirst garantiert eine hervorragende Verwendung finden! Ich habe gerade nach kleineren bemusterten Deckchen auf dem Flohmarkt Ausschau gehalten (aber leider nicht das Richtige gefunden), um sie aneinandergenäht zu einem Vorhang zu machen. Das setze ich hoffentlich eines Tages um. Und frag mich mal, wie sehr ICH mich darüber freue, dass du mir die Schürze geschickt hast…

  8. wie spannend auch hier heute… zum Sticken hätte ich auch irgendwann mal wieder Lust, habe es früher sehr gern gemacht und – wie gut – kein Schultrauma davongetragen, die Stickstunden mochte ich sehr, und ein paar der Stiche kann ich noch. Vermutlich würde es bei mir weniger bunt werden. Lieben Gruß Ghislana

    • Mila says

      Zum Glück ist dir da ein Trauma erspart worden… Es gibt auch wundervolle einfarbige Stickereien in den Heften (ist irgendwann nur zu viel geworden), z.B. weiß auf Blau.

  9. Ich mag folkloristische Muster auch sehr gerne und ich glaube auch dass es aus meiner Kindheit in den 70-ern herrührt, aber ob ich´s nochmal tragen würde??? Eher nicht! Vielleicht als Stilmix, oder so :/ Aber Sticken, das würde ich auch gerne nochmal ausprobieren und habe da auch das ein oder andere nostalgische Handarbeitsbuch ertrödelt :)
    LG, von Annette

    • Mila says

      Von diesen Handarbeitsbüchern (und Heften siehe Elsa) kann ich gar nicht genug kriegen. Ich werde nie die Zeit finden, diese ganzen tollen Sachen nachzuarbeiten, aber allein das Blättern und Schwelgen ist schon schön. Und Sticken kann ich dir nur empfehlen…

  10. ja, die elsa! es gab auch noch eine marion, die fabelhafte schnitte veröffentlichte – das war in den flowerpower 70ern. da kommen aber weniger stickmuster vor, eher spacige buntgrelle farbräusche. deine sammlung ist großartig und ich möchte liebend gern deine fridainspirierte jacke/bluse einmal anschauen. und dein eigenes wachstuchmuster finde ich herrlich!
    liebe grüße von mano

    • Mila says

      Irgendwann wird es sie geben, die Jacke. Manche Projekte wollen aber erst mal eine Weile angedacht werden. (Wobei ich gestern schon überlegte, ob ich nicht statt einer Strickjacke, die ich besticke, einfach eine Jacke aus Wollstoffnähe, Bündchen dran stricke und dieses Werk besticke – es wäre der schnellere Weg…)

    • Mila says

      Danke, ja, auf deinem Blog kann ich erahnen, dass wir so einige gemeinsame Vorlieben haben. ich sag nur: Sowjetische Volkskunst…

  11. Die große unbeschwerte Vielfalt der Folklore – Muster sind hier gut anzuschaun !
    Schönen Gruß,
    Luis

    • Mila says

      Unbeschwert, ja, das Wort passt gut zu den wilden Blumenmustern!

  12. Ich bin hin und weg…, von deinen Schwarzen Johannisbeeren, ein Lieblingsfrüchtchen. Was habe ich mich gefreut, als ich die wunderschöne Sommerpost-Karte aus dem Briefumschlag holte. Diese tolle Idee. Ein kleines Kunstwerk. Und ganz sicher werde ich die Johannisbeeren tragen! Herzlich grüßt Ghislana

    • Mila says

      Oh schon da, wie schön. Ein bißchen unheimlich ist es ja schon, die Werke zur Post zu bringen und dann nicht zu wissen, ob sie auch ankommen… Ich freu mich!

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