Kreative Gedanken

Vom Abtauchen und Auftauchen

FaltenundPoesie

Manchmal ist das Leben eben so. Einfach turbulent. Manchmal stehe ich am Steuer eines kleinen Segelschiffs und werde vom Sturm des Alltags hin und her gewirbelt. Manchmal tauche ich deshalb für eine Weile dort von der Oberfläche ab, wo meine Anwesenheit nicht zwingend erforderlich ist. Auf dem Grund des Meeres lasse ich mich dann ein wenig treiben. Fokussiere den Blick. Das tut gut. Nur das Auftauchen fällt immer etwas schwer.

Faltenspitzen

Ich habe mir am Anfang des Jahres das Ziel gesetzt, öfter einfach mal kreativ zu sein. Ohne speziellen Grund. Ohne großes Ziel. Das klappt tatsächlich immer besser. So hat mir das freie Assoziieren bei dem Stoffspielerei-Thema “Falten” viele Momente der losgelösten Ruhe beschert.

Wollkiste

Auch wenn ich die Pompoms zwar mit einem klaren Ziel fertige (Schneehimmel für Häkelkrippe), so ist das Umwickeln von Pappscheiben mit Fäden ebenfalls herrlich loslösend. Und ich danke Ghislana für das schneeweiße Glückspaket…

Und wer glaubt, ich habe gerade eine weiße Phase, der irrt. Ein bißchen.

Freestyle-Smocking

Es ist faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich Stoffe auf Stoffmanipulationen reagieren. Der Stoff bekommt durch die Fältchen etwas nahezu organisches.

Was aus dem Freestyle-Smocking mal wird? Wir werden sehen.

Andere Falten gibt es bei Machwerke.

50 Comments

  1. Mit Textilien kann man einfach toll gestalten. Blöde nur, dass das immer als weibliches Kunsthandwerk abgetan wird ( oder was für schwule Modemacher )! Das hat mich immer geärgert…
    Momentan ärgere ich mich zu viel. Aber vielleicht verhilft mir der heutige blaue Himmel zu einem Hoch…
    GLG
    Astrid

    • Unbedingt. Es ist so warm draußen, da muss das Ärgern mal hinten anstehen. Aber nachvollziehen kann ich es nur zu gut, liebe Astrid… Und wenn Textilien gestaltet werden, gilt das bei Frauen doch meistens Kunsthandwerk und bei Männern eher Kunst, oder?

  2. Liebe Mila,
    wünschte ich mir auch häufiger mal abtauchen zu können, oft ist das Leben aber mehr ein Strampeln, um mit dem Kopf über Wasser zu bleiben und nicht unter zu gehen. Denn Zwischen freiwillig abtauchen und untergehen ist ja bekanntlich ein riesiger Unterschied1
    Das Grünseidene gefällt mir besonders gut. Es erinnert mich an die Abendrobe einer Filmdiva aus längst vergangenen Zeiten. Auch das Weiße hat seinen Reiz. Der Unterschied durch das Material ist wirklich interessant.
    Ich hab übrigens so ca 20 Bommeln für dich und noch einiges an Wollresten. Wenn ich an deren Ende angekommen bin schicke ich dir ein Paket voll Schnee. Das Bommeln hat für mich etwas sehr entspannendes. Ich wickel ein bisschen wenn ich gerade Zeit habe und träum ein bisschen vor mich hin weil diese Arbeit so wenig Aufmerksamkeit verlangt.
    Liebe Grüße und schönen Sonnttag
    Jennifer

    • Du bist fantastisch, Jennifer, herzlichen Dank.
      Was das Seidene-Film-Diva-Dings angeht, ich habe schon überlegt, ob so eine Raffung im Schulterbereich eines Kleides nicht schick wäre…

  3. Gesmoktes mag ich total gerne. Meine Mutter hat das immer so toll gemacht. Ich finde es allerdings ziemlich mühsam so in Reih und Glied. Mir würde das Freestyle-Smoken wohl auch besser von der Hand gehen. Ich kann mir das recht gut als ein Stück von einem Oberteil denken, oder sogar als Tasche…. ja ich glaube, da käm das richtig gut heraus.

    Liebe Grüße
    Gusta

    • Die geraden Smoks sehen wunderschön aus. Aber ich bin sehr faul und arbeite lieber intuitiv. Tasche – das wäre auch nicht schlecht. Ich hatte schon an ein Kissen gedacht.

  4. Das Haiku ist sooo schön! Die Licht- und Schattenspiele auf deinen Werken passen herrlich zum Herbst.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Mich hat der Text auch sehr berührt, weil er gerade so zu meinem Gemütszustand passt.

  5. Schön dass Du zwischen seidenen Wellen wieder aufgetaucht bist :-)
    Ich dümple noch ein wenig am Meeresgrund…
    Viele liebe Grüße,
    Kerstin

  6. Liebe Mila,
    schön, wieder von Dir zu lesen! Ja, ab und an muß man einfach mal abtauchen ;O) …Deine Bilder sehen sehr interessant aus und ich bin sehr gespannt, was aus dem Freestyls-Smoking wird!
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntagabend!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    • Danke, dir auch. Deine Kaschmir-Stulpen sind übrigens wunderschön.

  7. Der grüne gesmokte Stoff sieht toll aus. Ist das Seide? Ich hoffe, dir fällt eine schöne Verwendung ein.
    LG
    Siebensachen

    • Ja, das ist Seide. Die übrigens sehr schwer zu fotografieren ist, wie ich feststellen durfte. Ich denke im Moment über ein Kissen nach.

  8. Das GRÜN ist superschön, dieser Glanz!
    Da kommen die Licht- und Schattenspiele doppelt intensiv heraus.
    Ich bin sehr gespannt, was du tatsächlich draus machst!

    • Absolut. Seide ist durch den changierenden Effekt aber auch wie geschaffen für Falten…

  9. Liebe Mila,
    deine Stoffstücke sehen so leicht und zauberhaft aus. Ich bin schon gespannt, wie du sie verwendest.
    Liebe Grüße
    Ines

    • Ich habe beim Werkeln am nächsten Herzeig-Stück so eine Idee bekommen…

  10. Alle Varianten gefallen mir sehr. Das Buch von Colette Wolff mit den Stoffmanipulationen ist ja auch so eine ewige Fundgrube, wenn man mal kreativ abtauchen und sich treiben lassen will. Und am Ende wird dann so etwas schönes wie die grüne “Pflanze” daraus.

    • Oh, das Buch ist ja eine Augenweide. Zumindest das, was ich davon online sehen konnte. Danke für den Tipp.

  11. Das untere Bild erinnert mich an die Tagesdecke des Bettes meiner Großeltern…;-). LG Lotta.

  12. Faszinierend Deine Smokfalten, besonders die weißen sind mein Ding.
    Solche Nadelwerke können etwas meditatives haben.
    LG Ute

    • Sehr, weil sie kein Nachdenken voraussetzen. Das ist so entspannend.

  13. schneeweiß gewuscheltes und hübschgrünes gefältetes – dafür kann man gut abtauchen! ich habe letzteres gerade mit papier gemacht. geht auch bestens!
    liebe grüße, mano

    • Ich habe lange nichts mehr mit Papier gemacht – weil ich zuletzt mit Origami beschäftigt war – und das hat eher gestresst. Aber als Kind habe ich ewig lange Papierschlangen gefaltet. Vielleicht sollte ich da mal wieder entspannungsmäßig ran…

  14. Ach, wie schön solche Speilereien sind und wie schön, dass du das immer wieder machst und das für dich als absolutes Ein- und Abtauchen nutzt! Wer weiß, ob oder was daraus alles werden mag?! Wundershcön anzuschauen ist es in jedem Fall!
    LG. Susanne

    • Das Schöne daran ist ja auch, dass nicht unbedingt etwas draus werden muss. Oder zumindest nicht sofort. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche Ideen erst liegen und reifen. Gut, manche bleiben auch einfach liegen und verdorren, das gebe ich zu, aber der Gedanken-Reif-Prozess vieler Ideen ist sehr wichtig… Ich möchte mir so gerne die Leichtigkeit des Machens erhalten. Das habe ich mir erst richtig über die Einfach-So-Machen-Tätigkeiten beigebracht.

  15. Wunderbare Smoks, liebe Mila! Wer weiß, was aus ihnen wird?!
    Vielleicht ein Kissen oder eine Prinzessinenschleppe?
    Du lässt es uns doch wissen, oder?

    Liebe Montagsgrüße, Nicole

    (die schon mit ihrem Großen um 4:00 im Garten stand – der Blutmond musste bestaunt werden!)

    • 4 Uhr? Ihr seid wahnsinnig. Wobei, den Blutmond hätte ich dann doch auch gerne gesehen…
      Prinzessinenschleppe, das ist auch eine schöne Assoziation…

  16. Gesmokt habe ich noch nie, obwohl ich es schon lange einmal ausprobieren will. Vor langer Zeit war in einer Burda mal eine Anleitung für ein gesmoktes Kissen, das möchte ich irgendwann einmal umsetzen. Auf die Idee freestyle zu smoken, wäre ich ohne dich jedenfalls nie gekommen. Deine Art an Dinge heranzugehen gefällt mir. Einige Male konntest du mich schon inspirieren, auch einfach ohne Plan drauflos zu werkeln. Ich wünsche dir weiterhin viele ruhige und kreative Momente und warte gespannt, wann und womit du das nächste Mal auftauchst.
    LG
    Carmen

    • Das freut mich doch sehr, wenn ich dich ein bißchen anstecken kann, Carmen. Ich musste/ muss das ja auch noch lernen, das Einfach-so-machen. Aber wie mit so vielem im Leben: Mit ein bißchen Übung fällt es schon leichter. So ist es mir quasi mittlerweile ins Blut übergegangen, dass ich mir beim Joggen oder Spazierengehen Stein-Such-Aufträge erteile. Ich nehme mir vor, z.B. einen Hasen-Stein zu finden. (Am Rhein, wo viele Steine sind.) Und dann suche ich so lange, bis ich einen gefunden habe, der tatsächlich wie ein Hase aussieht. Sowas ist wahnsinnig anregend…

  17. Sehr anregendes Auftauchen, liebe Mila 😉 Ich erinnere mich an gesmokte Kleidchen-Oberteile mit Spaghetteträgern dran, weiß nur nicht mehr, war’s meine Kindheit oder die meiner Kinder…, jedenfalls ist die Erinnerung stark. Und das Wort “Smokgummi” fällt mir auch gerade ein, ich sehe ihn vor mir, hab aber keine Ahnung mehr, wofür er benutzt wurde. Denn gesmokt haben weder meine Mutter noch ich… Das “Einfach-Tun”, dieses schöne zweckfreie (aber deswegen noch lange nicht sinnlose…) Spiel, für mich die Kreativitätsquelle schlechthin. Lieben Gruß Ghislana

    • Du hast recht, es ist nicht sinnlos. Ich spreche aber oft von sinnfrei, weil ich damit ausdrücken will, dass eine Freiheit darin liegt, wenn das, was ich mache, nicht sofort Sinn machen muss. Spiel – das ist das Stichwort. Das Verspielte wieder entdecken, das ist so wichtig für Kreativität…

  18. Der grüne Stoff sieht ein bisschen aus wie eine Blume – mit Blütenblättern am Rand. Hat wirklich was sehr Organisches. :)

    Durch meine aktuelle (Nahezu)Internetlosigkeit im Zuge des Umzuges, habe ich auch einige meditativ-kreative Dinge neu entdeckt: Puzzeln z.B. :) Ich bin bereits bei meinem zweiten 1000-Teile-Puzzle.

    Mit lieben Grüßen,
    Sarah Maria

    • Puzzlen kann auch was Meditatives haben, wobei ich zugeben muss, dass mich persönlich beim Puzzeln eher so ein Ehrgeiz packt. Bei 1000 Teilen würde mir meine Ungeduld in die Quere kommen.
      Ich wünsche dir einen guten Umzug!

  19. So anregende Impressionen von deinem Tauchgang, liebe Mila! Danke fürs Mitnehmen :-) Ja, einfach machen und sich im kreativen Tun treiben lassen, das tut unglaublich gut. Ich erlebe es meist mit den Kindern – beim Malen, Sandburgenbauen, Blätterbilder kleben…. Alles Liebe von Lena

  20. Das Auftauchen fällt mir gerade auch nicht leicht, umso schöner finde ich es, wenn ich beim “Luftholen” einen solchen Beitrag von dir finde. Ich mag deine kreativen “Spielereien” und auch bei mir hat der grüne Stoffe den Gedanken an ein elegantes Abendkleid geweckt. Ich bin neugierig, wann und wie du das noch einmal aufgreifst. :)

    (

    • Na, ob es gleich ein Abendkleid wird, das wage ich doch zu bezweifeln. Eher die Tasche zum Abendkleid bzw. der Abendjeans…

      • Ich habe da ein konkretes Kleid vor Augen – vielleicht sogar eins von Sophia Loren? – mit einem weiten Ausschnitt, einer klaren körperbetonten Form und von der Hüfte an seitlich fallend ist der Stoff in so kleinen Fältchen gerafft. In einem eher bronzefarbenden Grünton … Mist, jetzt werde ich mich tagelang fragen, woher dieses Kleid stammt. *g*

        • Meinst du vielleicht das goldfarbene Kleid, das sie in Hausboot trägt? Das ist seitlich mit Falten gerafft…

          • Ne, das ist ja goldfarbend und der Ausschnitt stimmt auch nicht. Ich weiß nicht, wie der Ausschnitt heißt, den ich vor Augen habe, aber es läuft eine Stoffbahn fast waagerecht von den Oberarmen über den Busen – und ebenso auf der Rückseite. Ich schau mal, ob ich das irgendwo wiederfinde. 😀

  21. Abtauchen und kreativ sein zu können ist was großartiges! Das ist oft wie ein kleiner Urlaub mit wunderschönen Mitbringseln – oder?! Abtauchen zu können, wünsche ich mir im Moment auch ganz oft. Doch zur Zeit strample ich mehr, um den Kopf über Wasser halten zu können. Aber ich bin bestimmt nicht die einzige, der es so geht. Das Leben ist manchmal einfach zu turbulent. Ganz liebe Grüße zu dir… Michaela :-)

    • Mila says

      Nein, das Strampeln kennt wohl jede nur zu gut. Ich wünsche dir, dass du bald wieder Land erreichst…

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