Kreative Gedanken

Gefährdete Arten

Zauberkoffer

Die Zeit der Wunder. Der aufregenden Geheimnisse. Ein Zauber liegt über der Vorweihnachtszeit der Kindheit. Um so bitterer fliessen dieses Jahr die Tränen. “Mama, ich habe Zweifel am Weihnachtsmann bekommen!” Das große Kind weint unglücklich auf meinem Schoß. Oh, wie nah scheint plötzlich die Grenze zum sonst so fernen Land Realität. Ein schreckliches Land, in dem heimtückische Gesellen wie die Pubertät darauf lauern, den Einreisenden die Magie zu rauben.

Zauberkofferinnen

Das Kind ist in Not. Ich ringe nach Worten. Plötzlich fällt es mir ein. “Weißt du, in Island gibt es Feenbeauftragte. Wenn da eine Straße gebaut werden soll, aber es liegt ein Feenhügel auf dem Weg, dann muss die Straße umgeleitet werden. Bei uns ist das nicht so, da verschwinden alle Feenhügel. Und wenn Feen keinen Lebensraum mehr haben, sind sie ernsthaft vom Aussterben bedroht. So ähnlich ist das mit dem Weihnachtsmann und den Weihnachtswichteln auch. Man muss weiter an sie glauben, dann gibt es sie auch.”

Zauberformeln

Der Glauben ward wieder hergestellt. Und wurde am Weihnachtsabend prompt mit einem echten alten Zauberkoffer belohnt. Und einem Brief desjenigen Weihnachtswichtels, der für die Erfüllung der Wünsche meiner Kinder zuständig war. Er ist erst dreiundsechzig Jahre und eigentlich noch nicht fertig mit der Wichtelschule, doch weil der Weihnachtsmann enorm viel zu tun hatte, durfte dieser Wichtel früher mithelfen. Weil meine Kinder seine ersten Kinder sind, die er beschenken durfte, ist er fest entschlossen, sie nie zu vergessen.

Weihnachtswichtelkorrespondenz

Wie wundervoll ist doch das magische Denken der Weihnachtszeit!

Mehr aus den Wichtelwerkstätten gibt es sicher beim Creadienstag zu sehen…

51 Comments

  1. Was für eine schöne herzergreifende Geschichte, liebe Mila! Ich bin ganz gerührt! Mein Kleiner “glaubt” auch nur noch für mich an das Christkind. Sie werden einfach zu schnell groß… seufz! Das es in Irland Feenbeauftragte gibt, habe ich auch schon gehört ;)) Dir ganz herzliche Grüße, Nicole

    • Das herzzerreißende ist ja, dass sie eigentlich unbedingt an all die magischen Gestalten glauben wollen. Und dass sie irgendwann diese schrecklichen Zweifel-Risse bekommen. Aber zumindest für dieses Weihnachten ist alles gerettet. Mal abwarten, wie es nächstes Jahr aussieht…

  2. hach, ♥!!!
    und
    ich wünscht mir für die ganze Welt ein bisschen mehr “isländisch”…

    herzliche Grüße

    • Ich auch. Ob ich in Köln wohl Feenbeauftragte werden könnte?

  3. Du bist mir eine! ( Toll geworden…)-
    Was ich in diesem Jahr gelernt habe: Dass auch die Freude am Kinder bezaubern verloren gehen kann, wenn man seine Eltern verliert und sich als Waise fühlt… Nur. So können der Herr K & ich uns die Veränderung bei uns selbst in diesem Jahr erklären…
    LG
    Astrid

    • Oh, das klingt schrecklich. Ich dachte, du hättest diese Freude noch gehabt, liebe Astrid, wenn ich mir den Rottkäppchen-Mantel und alles ansehe. Aber vielleicht kommt sie mit dem neuen Kinderaugenglück im nächsten Jahr wieder? Hoffentlich.

      • Nein schrecklich war es nicht, aber ganz anders, denn die kindliche Erinnerung war eben getrübt durch das Bewusstsein, dass bestimmte Menschen einfach nicht mehr bei uns sind. Das funkt sozusagen immer dazwischen…
        Mit den Kindern ist es nach wie vor wundervoll.
        LG

        • Ja, das erste Weihnachten ohne Eltern ist ein so Trauriges. Und mit den Jahren tur es nur ein bisschen weniger weh, aber das Erinnern bleibt, und die Lücke. Nun ist mein Papa schon sehr lange tot, aber tröstlich ist mir seine alte Krippe Jahr für Jahr wieder aufzustellen.
          Der Tod meiner Mama ist erst 3 Jahre her und der Anfang vom Ende war der 22.12. ein paar Monate vorher, als sie Ausrutsche und sich die Schukter brach. Seitdem ist der 22.12. ein ebenso trauriger Tag für mich, wie ihr Todestag. Ich weiß noch genau, was ich an diesem Tag gerade machte, als der Anruf kam… Umd das Weihnachten ohne den letzten Teil, der mich mit meiner Kindheit verbindet, ist auch nicht mehr das selbe. Ich kann dich sehr gut verstehen, liebe Astrid

          • Interessanter Aspekt. Ich dachte, ich würde Weihnachten mehr für meine Kinder ausrichten, aber wahrscheinlich stimmt es, dass Weihnachten und all die Rituale einen vor allem auch mit dem eigenen Kindsein verbindet.

            • So ist es. Und das ist dann irgendwie vorbei und damit auch der Zauber, der ja durch die Erwachsenen erst entfacht wird. Da sind alle Eltern ja mehr oder weniger Feenbeauftragte oder so…
              Deine Krippe hat heute der Tochterfamilie sehr gefallen. Das kleine M fand deine Königsgaben besonders schön. Und die Tochter meinte, sie bräuchte auch so einen Dom…
              Gute Nacht!

  4. Die deutsche Sprache scheint für so einen jungen Wichtel eine Herausforderung zu sein, um so größer die Anerkennung für diesen wundervollen langen Brief, den er deinen Kindern geschrieben hat! :)

    Ich hoffe, dass dieser Weihnachtswichtel und deine Kinder noch lange aneinander glauben und vielleicht den einen oder anderen Brief in der Adventszeit austauschen!

    • Der Wichtel ist ja noch nicht fertig geworden mit der Wichtelschule. Die Kinder haben jedenfalls sehr über seine Recht- bzw. Unrechtschreibung gelacht. (Und ich habe in mich reingegrinst, weil es noch nicht soooo lange her ist, dass sie ebenso geschrieben haben…)

  5. Island wäre wohl mein Sehnsuchtsland (wäre es winters nicht so lange dunkel dort). Ein herrliches Geschenk hast Du da Deinen Kindern gemacht, hoffentlich können sie sich viel davon für später bewahren.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Das wünsche ich ihnen auch, bzw. eigentlich ja allen Kindern…

  6. Liebe Mila, wie bezaubernd finde ich deine Geschichte, wie du dieses Jahr den Heiligabend noch magisch gehalten hast.
    Dies magische Denken ist mir dank vieler Rituale erhalten geblieben. Teilweise haben wir es auch mit einbeziehen können in die Kupindheit unseres Sohnes und selbst mein durch und durch realistischer Mann hat sich von meinen Ritualen anstecken lassen.
    Deine Idee mit dem Brief des Wichtels finde ich so schön und die Art und Weise erinnert mich an das Buch: Briefe vom Weihnachtsmann von Tolkien.

    Ein wunderbarer post, ich bin ein wenig verzaubert!
    GLG, Monika

    • Die Briefe vom Weihnachtsmann von Tolkien gab es in der Tat letztes Jahr bei uns unterm Baum… Magisches Denken lässt sich auf jeden Fall bewahren. Und wieder entdecken… Ich glaube fest, dass magisches Denken ein wichtiger Bestandteil von Kreativität ist. Wie sonst ließe sich aus einer absurden Idee etwas umsetzen?

  7. Ich muss mir erst mal die Tränen putzen… So schön. Magisches Denken gehört zum Menschen dazu, immer wieder… 😉 Du wärst die allerbeste Kölner Feenbeauftragte, dich ich mir vorstellen kann. Natürlich müsstest du immer mein Lieblings-Engelreh dabei haben…. Ach, nun ist mir deine wunderschöne Weihnachtskugelüberraschung noch mal so lieb als ohne hin schon… 😉 Danke dir sehr. Lieben Gruß Ghislana

    • Vielleicht sollte ich mich – mit Rehengel natürlich – mal bei der Stadt bewerben.

  8. ach, was für eine fabelhafte idee! dein vergleich mit island finde ich klasse!
    komm gut rüber!
    liebst,
    jule*

  9. Liebe Mila! Hach, so schön! Wären mir die Feen aus Island bloß bei meinem Großen auch rechtzeitig eingefallen… meinen Mädchen erzähl ich’s gleich mal vorsorglich, vielleicht wirkt die Magie dann auch bei meinem Jungen gleich noch nach. Liebste Grüße, Ulli

    • Ich bin fest davon überzeugt, dass sich das magische Denken auch wieder aus dem Groß-werden-Schlaf wecken lässt…

  10. so schön, so berührend.
    ich bin auch so sehr für den zauber.
    (und kenne so viele leute, die der meinung sind,
    man solle kinder nicht “so einen blödsinn” erzählen.
    was gibt es besseres als ein bisschen magie!)

    • Genau das denke ich auch. Zumindest solange die Kinder wirklich daran glauben wollen und an ihrem magischen Denken dermaßen fest halten. Von der Realität erfahren sie sowieso schon genug – und da ist ziemlicher Blödsinn drunter…

  11. Liebe Mila,
    danke für diesen zauberhaften Post!
    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben einen guten Rutsch in ein gesundes und glückliches Neues Jahr!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  12. ja, lass uns glauben! an all die Wesen zwischen den Welten und an den Weihnachtsmann!!! übrigens Feen werden wieder lebendig, wenn ein Kind kräftig in die Hände klatscht und auch wenn es lacht.. halt nein, da werden sie geboren… beim ersten Lachen
    sei lieb gegrüßt und halte das Kind noch ein wenig ihrer Welt. für euch das schönste 2016 !!
    herzlichst
    Denise

  13. Liebe Mila,

    das ist ein sehr schöner Post von dir. Ich mag auch diesen besonderen Zauber, der über Weihnachten liegt. Dir ist es wunderbar gelungen, diesen Zauber bei euch zu erhalten.

    Danke für deinen lieben Kommentar bei mir. Nur deshalb bin ich heute hier bei dir.
    Ich werde erst am Wochenende oder nächste Woche lesen, was bei euch so los war in letzter Zeit. Bei mir herrscht noch etwas Weihnachtsruhe, was die Technik (Computer und Co) betrifft.

    Liebe Grüße! Birgit

    • Weihnachtsruhe ist doch das Beste! Ich bin auch eher noch in Weihnachtsstimmung (endlich!) als in Feierlaune…

  14. Das ist so schön. Wie ein Märchen. Der Koffer. Der Brief. Der wiedergefundene Glaube an den Weihnachtsmann. Wenn man denn irgendwann in diesem Land eine Feenbeauftragte wählen würde – meine Stimme gehörte Dir.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie einen guten Rutsch und möge das kommende Jahr für Euch voller Zauber sein
    Lieben Gruß
    Katala

    • Ich danke dir und wünsche es uns allen: Ein neues Jahr voller Zauberhaftigkeit!

      • Das wünsche ich dir auch! Deine Schürzenverarbeitung ist übrigens auch ganz zauberhaft, auf diese Idee wäre ich vermutlich niemals gekommen. Deine Krippe habe ich mir vor Weihnachten auch noch angeschaut und war sehr beeindruckt. Was machst du nach dem Abbau damit?
        Liebe Grüße und einen jode Rötsch!
        Carmen

        • Mila says

          Liebe Carmen, danke, was ich mit der Krippe mache, weiß ich noch nicht. Nur dass es schade wäre, sie nur einmal auszustellen. Mal sehen…

  15. Liebe Mila, was für ein liebevolles und phantastisches Geschenk!!!

    Mein Sohn hat mir dieses Jahr gestanden, dass er schon lange nicht mehr an das Christkind glaubt und er hätte die letzte Zeit nur mir zu liebe das “Spiel” mitgespielt… :-)
    Hach doof.
    Tja, aber so isses, er ist jetzt einfach schon ein Großer :-)
    Dafür glaube ich jetzt ein klitzeklein wenig an die Raunächte und wasche seit 23.Dezember keine Wäsche mehr… und mag grad nachts nicht mit dem Hund raus, wer weiß was das mit der wilden Jagd auf sich hat… :-)

    Hab einen guten Start ins Jahr 2016,
    viele liebe Grüße,
    Kerstin

    • Mila says

      Das ist doch auch zauberhaft, dass wir unsere Magie wieder finden, wenn die Kinder groß werden! Dir auch ein wunderbar kreatives Jahr!

  16. Liebe Mila,
    dieses Jahr Weihnachten hatte ich kurz vor dem Fest im Privaten sowie im Job noch so viel um die Ohren, dass ich die Vorfreude gar nicht so genießen konnte. Kein Stadtbummel, kein Weihnachtsmarkt und erst recht keine Zeit für genüssliche Geschichten. Erst am Abend des 24. fing Weihnachten für mich so richtig an. Und wie schnell sind die Feiertage vergangen! Wir haben schon 2016!!!! Dir zu allererst von ganzen Herzen einen super Start ins neue Jahr und ein fantastisches 2016!!! Ich freue mich schon, wenn wir alle wieder aus der Blogpause zurück sind, uns austauschen, kreativ sind und in Ideen schwelgen. Vielen lieben Dank für deine Bloggerfreundschaft!
    Ganz, ganz liebe Grüße und “HAPPY NEW YEAR”!!!
    Michaela

    • Mila says

      Bei mir war es ähnlich. Weihnachtsstimmung kam auch erst mit Weihnachten auf. Egal. Bleibt der Baum eben noch stehen und ich bastel noch an Weihnachtsbaumschmuck…
      Dir auch ein tolles, kreatives 2015, liebe Michaela, es macht Spaß, sich mit dir auszutauschen…

  17. Wohoo! Tolle Idee. <3
    Ich weiß gar nicht mehr, wann ich aufgehört habe an den Weihnachtsmann zu glauben – ich vermute, dass war eher fließend. Wobei ich eigentlich nie wirklich dran geglaubt habe. Ich war da als Kind immer eher praktisch-skeptisch veranlagt….. ;))

    Liebe Grüße zu dir – und ein wunderschönes neues Jahr.
    Sarah

    • Mila says

      Dir auch ein tolles neues Jahr, liebe Sarah! Und machmal ist eine gewisse praktische Skepsis ja auch mehr als von Nöten…

Comments are closed.