Creatures

Vom Geschirrtuch zum Homunkulus

Geschirrtuchkörper

Die Transformation eines labbrigen, schlabbrigen Geschirrtuchs zum dreidimensionalen Körper reizte mich bei dem Stoffmanipulationsthema “Es war einmal ein Tuch”. Zumal ich schon eine geraume Zeit lang vorhatte, mich an einer Stoffpuppe zu versuchen. Die letzte Puppe dieser Art, die ich nähte, wurde nämlich in meiner Kindheit produziert. Es war definitiv an der Zeit, um im Erwachsenenalter Dr. Frankenstein-mäßig eine menschenähnliche Kreatur zu erschaffen.

Geschirrtuch

Ich gebe zu, ich habe mir das Nähen einfacher vorgestellt. Diese Friemelei beim Umstülpen der langen Glieder ist nicht ganz die ideale Beschäftigung für einen ungeduldigen Menschen wie mich. Dennoch – hat man erst einmal ein Wesen erschaffen, wird es tatsächlich schwer, damit aufzuhören. Zumal ich noch ein paar Geschirrtücher aus dem wundervollen Fundus an textilen Ausstattungs-Stücken von Birgit habe.

Ob ich der Kreatur noch ein Gesicht gebe? Vermutlich nicht. Mir gefallen die nahezu grafischen Strukturen, die durch das wilde Vernähen der Stücke entstanden sind.

Gesicht

31 Comments

  1. Ach wie herrlich, liebe Mila…dein Tuchmensch gefällt mir ganz wunderbar! LG Lotta.

  2. Pingback: Stoffspielerei: Tuch wird zu Rock und Schal zu Bolero | Textile Geschichten

  3. Als ich mir die Bilder anschaute, ohne vorher den Text gelesen zu haben, dachte ich, “So schmale Arme und Beine, was für eine Fummelei!” Hihi.
    Gefällt mir gut der Humunkulus, er hat genau das richtige Maß an Schaurigkeit duch die Gewebestrucktur und das fehlende Gesicht.
    Überhaupt das Wort Homunkulus, das kann sich man fein auf der Zuge zergehen lassen.
    Schönen Sonntag
    Jennifer

  4. Ich musste auch gleich an das Umdrehen und Füllen der langen schmalen Beinchen denken… (weshalb ich bei den drei einzigen selbstgenähten Puppen meines Lebens vor so 35 Jahren (als junge Tante und Mama) … die Nähte außen gelassen und mit Languettenstich umstickt habe… Prächtig sieht er aus dein Homunkulus und ne, der braucht kein Gesicht! Lieben Gruß Ghislana

  5. Ein herrliches Tuchmenschlein! Das Geschirrtuch kommt hier so genial zur Geltung: Farbem, Struktur und Monogram.
    Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag!
    Ines

  6. Beim ersten flüchtigen Blick hat mich dein Männchen an Daniel Düsentriebs Helferlein erinnert. :) Beim genaueren Hinschauen bin ich fasziniert von den kleinen hübschen Füßen, dem hübschen Monogramm auf der Schulter und wie die Struktur des Stoffes bei dem kleinen Kerl zur Geltung kommt. Sehr schön – toll, dass du die Geduld dafür aufgebracht hast! :)

  7. bezaubernd, ich hatte hier lange mein ältestes geschirrtuch in weiß rosa tönen eingerahmt in der Küche hängen.. grade habe ich es nach Jahren abgenommen, gewaschen, die Löcher sind jetzt größer, vielleicht eine Idee für das Tuch..mal sehn

  8. Dein Tuchmensch gefällt mir. So wie er ist.
    Und diese Friemelei mit den Gliedern kenne ich, ist wirklich nervig.
    Lieben Gruß und einen feinen Sonntag
    Katala

  9. Oh ja, so schlaksige Gliedmaßen habe ich auch mal wenden dürfen… Vielleicht entpuppt er sich ja als modernes Heinzelmännchen in der Küche.
    Liebe Grüße
    Andrea

  10. Oh, auf keinen Fall noch ein Gesicht – er aht schon so viel Charakter, wie er ist. Das ist ein bezauberndes Wesen und hat bestimmt durch seine Küchenerlebnisse einiges zu erzählen. In der Küche spielt sich ja oft das meiste ab.
    LG. susanne

  11. Ist witzig geworden und schön, dass das Monogram so sichtbar . Puppen machen ist ein ganz schönes Stück Arbeit, aber ich finde dieses dünnen Arme und Beine gut. ich würde wohl augen dazu machen, das reicht mir schon aus. Karierte Grüße K.

  12. viel besser ohne gesicht finde ich – auch so strahlt das verwandelte tuch persönlichkeit aus !
    ich habe lustigerweise auch gerade ein geschirrtuch verwendet, verraten kann ich’s aber noch nicht, zeige es aber bald auf meinem blog 😉
    lg und noch einen schönen sonntag
    anja

  13. Oh je, so schmale Ärmchen und Beinchen, ich rätsel gerade, wie Du die gewendet bekommen hast…aber natürlich verleihen ihm diese gerade den besonderen Charme, neben der schönen Tuchmusterung natürlich!
    LG Kerstin

  14. Warum sollte das Geschirrtuchmännchen ein Gesicht bekommen, Mila?! Geschichten kann er so doch viel besser erzählen ;)) von angebrannten Kartoffeln, ollen Silberlöffeln oder von blitzblanken Fenster. Eine entzückende Idee!! Liebe Grüße, Nicole (die gerade noch weiteren Geschichten lauscht!!)

  15. Was für ein süßer Kerl!
    Lass ihm sein Gesicht wie es ist. Es ist schon da. zumindest in der Vorstellung. So kann er immer genau so sein wie er/du/der Betrachter es mag!

  16. Hihi, der ist ja wirklich putzig geworden. Und ja, lass das Gesicht wie es ist, dass passt sehr gut zu einem Homunkulus :) Die Füsse finde ich ganz besonders bezaubernd, auch wenn ich gern glaube dass das nicht so leicht zu wenden war…
    Eine ganze Reihe davon kann ich mir sehr gut vorstellen!

  17. Als Nichtlateinerin habe ich erstmal gegoogelt was Homunkulus heißt, hätte ich mir denken können. Das alte Geschirrtuch passt super von der Struktur und dem Muster, Gesicht braucht Dein Menschlein keines, es hat Ausdruck genug.
    herzlich Margot

  18. Eine schöne Verwendung!
    Mir gefällt auch gut, wie das Karo des Geschirrtuches durch die kleinen Schnitteile “aufgebrochen” wird. Plötzlich sieht es ganz modern aus…
    LG
    Marlene

  19. Der ist toll, wie er ist!
    Hast du schon mal asiatische Essstäbchen zum Wenden probiert? Wobei die Ärmchen wahrscheinlich auch dafür zu schmal sind… Ich melde mich die Tage mal.
    LG, Bele

  20. Das Monogramm so schön zu platzieren war wahrscheinich auch tüftelig. Ich finde das ein wirklich gute Idee, diese alten Handtücher so zu verwenden, eben weil jeder sofort sieht, das Wesen hat eine Geschichte. Man könnte ja auch knuffige Tiere mit Monogramm auf dem Rücken machen, wenn einem ein weißer Homunkulus zu unheimlich ist. Er soll bleiben, wie er ist!

  21. ich find sie ganz zauberhaft und mag sie ohne gesicht sehr. die blauen streifen und das monogram reichen wirklich. und ja, das wenden und füllen kann einen schon verrückt machen – deshalb ist es bei mir auch bei einer geblieben. wo ist die überhaupt? ich begebe mich mal auf die suche…
    liebe grüße, mano

  22. Liebe Mila,

    als ich dein Geschirrtuchmännlein mit dem Monogram sah, wusste ich sofort Bescheid und mein Herz hat einen kleinen freudigen Hüpfer gemacht.

    Toll hast du das Männlein genäht, ich bin begeistert. Ich würde das Gesicht so lassen, wie es ist. Es ist doch so bereits ausdrucksstark.

    Ich wünsche dir weiterhin tolle Ideen und viel Spaß bei der Umsetzung.

    Liebe Grüße! Birgit

  23. Ganz toll, die Strukturen, die Farbe, die Geschichte dazu.
    Und auch die Proportionen sind eigenwilllig schön und stimmig.
    Tolle Idee!

  24. Ein wirkliches gelungenes Experiment! Das “Gesicht” aus dem Stoffmuster ist wirklich interessant (und ein ganz kleines bißchen gruselig, aber ich glaube das sind Puppen immer?). Liebe Grüße :-)

  25. Hallo Milla,
    schön, Dich wiedergesehen zu haben. Und Dein kleiner Homunkulus hat es mir ebenso angetan wie Deine gestrickten Wesen …
    liebe Grüße, gerne bis bald mal wieder,
    Katrin

  26. schlaksiges aus tollem material. mal wieder eine unglaublich schöne idee. danke dir fürs unermüdliche sprudeln;) lg, nikki

  27. Eine originelle Idee. Mir gefallen Dinge mit Geschichte. Wenn ich Deine Figur sehe bin auch ich gleich auf Zeitreise unterwegs. Ein Gesicht braucht die Puppe nicht – finde ich.
    LG Ute

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