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Fehler lieben lernen

DasSpielmitLichtundSchatten

Im Prinzip sind meine Erfahrungen mit dem Siebdruck anlässlich der Frühlingspost als einzige Anleitung zum Scheitern zusammen zu fassen. “How definitely NOT to” anstatt “How to“. Dennoch bin ich am Ende glücklich über die beiden Stoffe, die entstanden sind. Frei nach dem Motto: “Ist der Druck erst ruiniert, schafft’s sich frei und ungeniert…”

Fischdruck2

Von der Müllerin vorgegeben waren die Technik (Siebdruck), Material (Stoff und Stofffarbe) und die Themen “Blau” und “Fisch”. Da das mir versprochene Schul-Siebdrucksieb auf sich warten ließ, versuchte ich es zunächst mit ganz einfachen Mitteln: Alte Gardine, Stickrahmen, Transparentpapier. Als Grundlage diente mir ein mit Ligusterbeeren zart gefärbter Stoff. Dann mischte ich Weiß mit Silber.

Gardinenfischeclose

Ich liebe die entstandenen Schattenspiele, wenn die Sonne durch den Stoff scheint… Weil das Farbschema aber Blau war (und ich schließlich den größeren Siebdruckrahmen erhielt), versuchte ich es mit einem weiteren Druck, der völlig misslang. Die Fische ent- bzw. verwischten, was vermutlich am zu dünnen Transparentpapier lag, das sich durch die Feuchtigkeit heftig wellte.

VerschmierteFische

Einmal alle Hemmungen über Bord geworfen, druckte ich in einer anderen Schattierung darüber, dann ein weiteres Mal mit Luftpolsterfolie (das wollte ich sowieso eine geraume Zeit ausprobieren) und danach mit dem bereits benutzten Gardinensieb…

Fischstoff2detail

Der Stoff ist zwar alles andere als perfekt, aber er ahmt in meinen Augen dennoch wunderbar das Farb-Licht-Spiel nach, das sich bietet, wenn man an einem strahlend schönen Tag von einem Boot ins Meer blickt, wo sich ein Fischschwarm tummelt. Und die Licht-Schatten-Fisch haben mich gleich auf eine kreative Idee gebracht…

Fazit: Glücklich gescheitert…

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57 Comments

  1. Aber wirklich glücklich, liebe Mila. Dein Stoff ist toll, und vermutlich ist gerade das Ungenierte auch das kleine Geheimnis, das wir nun auch dank dir entdecken konnten. ich bin da vermutlich auch zu festgefahren rangegangen. Und du zeigst perfekt, wie wenig dann doch eigentlich schief gehen kann – oder dass man einfach das “Verpatzte” umdreht. Grandios und ich mag deinen schön “gescheiterten” SToff sehr!
    LG. Susanne

    • Mila says

      Eigentlich wollte ich den Stoff nur nicht wegschmeißen müssen, schließlich hatte ich ihn zuvor mit Katalas Beeren gefärbt & er war daher schon etwas Besonderes. So wie er war, mit den verschmierten Fischen, konnte ich ihn einfach nicht lassen. Das Ungenierte war daher nur ganz am Anfang etwas komisch…

  2. Guten Morgen, liebe Mila,
    ich finde den Stoff, der am Ende der “Missgeschicke” herauskam, wunderschön! Ja, man darf sich einfach nicht zu sehr versteifen, wie etwas am Ende aussehen soll, dann kommen solche wundervollen Werke heraus!
    Ich wünsche Dir einen schönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    • Mila says

      Ich hatte natürlich schon eine klare Vorstellung im Kopf – die dann einfach nicht hinhaute. Und ich hatte keine Lust, einen Stoff wegzuschmeißen & einen neuen zu kaufen. Das war mir zu Konsum-orientiert. Insofern bin ich sehr froh darüber, die Hemmungen über Bord geworfen zu haben.

  3. Was für zauberhafte Stoffe! Aus Fehlern werden oft die schönsten Dinge :)
    Mit Luftpolsterfolie.. auf was für Ideen man kommen kann.. bei mir werden die Dinger immer nur zum Platzen gebracht :)
    Liebe Grüße, Christine

    • Mila says

      Das mit dem Platzen kommt mir vertraut vor – aber ich habe ein Stück Verpackungsfolie vor den kleinen Händen retten können. Die Luftpolsteridee stammt von Pinterest, die wollte ich mal nachmachen & das ergab sich dann so.

  4. Der Stoff sieht toll aus! Magst du zum Druck mit Luftpolsterfolie noch etwas mehr schreiben? Irgendwie kann ich mir das gerade so schwer vorstellen…
    Liebe Grüße
    Mareike

    • Mila says

      Da gibt es gar nicht so viel zu erklären. Ich habe einfach ein großes Stück Luftpolsterfolie mit weißer Stofffarbe bestrichen (der Grundton des Stoffes ist eher ein gräulicher, daher fällt das Weiß auf) – mit einer Schaumstoffrolle – und die Folie auf den Stoff gelegt. Danach bin ich mit einem Teigroller/ Nudelholz darüber gerollt – und es druckte quasi von allein.

      • Deine Stoffe (BEIDE!!) sind soooo superklasse! Ich hatte mich auch über den Luftpolsterdruck nur auf den Fischen gewundert, auf dem Hintergrund war er für mich gar nicht zu erkennen – erst jetzt, da ich es weiß.
        Vor allem mit einer gemusterten Gardine, das möchte ich auch probieren – nächstes WE ist Flohmarkt, mal sehen, vielleicht werde ich da ja fündig? Aber der Druck mit den blauen Fischen ist wohl schwer bis gar nicht reproduzierbar fürchte ich, oder?
        Liebe Grüße
        Moni

  5. Am Ende glücklich ins Ziel gestoplert. Sieht wirklich wunderbar aus und keiner würde denken, dass je etwas anderes geplant war.
    Liebe Grüße
    Jennifer

  6. Manchmal im Leben tut Scheitern weh, aber die Kreativitätsflüsse zeigen einem doch, dass es immer noch Stromschnellen und Flussbiegungen gibt, die weiterführen… Wunderschön ist der Stoff geworden und er hat mich wieder an meine Fahrt mit einem Glasbodenboot zum Korallenriff im Roten Meer erinnert, vor Jahrzehnten…, was war das – wie auch die an den Riffrand gebaute Unterwasser-Besichtigungsstation – für ein Geflimmer und Gewimmel. Wie schön, dass auch das Unperfekte im Siebdruck zum Leben erwachen kann, vielleicht probiere ich es ja dann doch auch noch irgendwann ;-). Liebe Grüße Ghislana

    • Mila says

      Ein schönes Bild, das mit den Flussbiegungen. Man darf sich nur nicht aufhalten lassen. Unperfekt & Siebdruck passt ja eigentlich nicht zusammen, aber was soll’s…

  7. Du weißt ja, dass ich ein Fan deiner “Kreativsein um der Kreativität willen”- Mentalität bin, und ich finde da passt dein Siebdruckexperiment absolut dazu.

    Das Ergebnis finde ich durchaus überzeugend und wie es dazu kam, ist doch typisch Mila.

    Zu dem wunderbaren, vergangenem Wochenende passen die Fische auf deinem Stoff vom Feeling her perfekt.

    LG, Monika

    • Mila says

      Dankeschön, Monika, und es freut mich, wenn es auch mit der fremden Technik dann typisch wird.

  8. Wenn Scheitern so schön sein kann, dann lass uns das immer tun….
    😉
    Herzlichst
    Astrid

    • Mila says

      Du glaubst nicht, wie schwer mit Scheitern fällt, aber ich komme halt nicht daran vorbei, es immer wieder zu tun. Insofern darf’s dann wenigstens ein Schöner-Scheitern sein.

  9. I don’t really understand what failed. It’s beautiful. Very nice effect with the bubble wrap. Will you teach me to print when you come?

    • Mila says

      I’m not sure if I’m an expert in printing – but we can try and fail and succeed togehter in summer! I’m looking forward to it.

  10. die fische sind schon hier angekommen! und es ist nicht nur ein stoff, sondern zwei! das übereinander und untereinander, das vorne und hinten, es gefällt mir! es ist wie im wasser, da sieht man ja auch mehrere ebenen. noch viel schöner aber finde ich den hinreissenden gardinendruck! blümchenfische dank blümchengardine!
    das spontane, das lebendige, das unvorhergesehene, all das geht also auch mit siebdruck!
    herzlichen dank sagt stefanie.

    • Mila says

      Wie schnell das mit der Post ging. Ich freue mich sehr, dass dir die Stoffe gefallen!

  11. ah ich liebe die Gardinenfische, die anderen sind auch hübsch. Sag mal wie hast Du das gemacht? So richtig mit Belichtung? Oder Schablone auf Sieb? Also dafür hast Du echt ein Händchen, toll

    • Mila says

      Die Belichtung war mir zu hoch. Ich habe bloß ein Sieb und eine Schablone verwendet. Das nächste Mal probiere ich aber ein dickeres Material für die Schablone aus, damit die sich nicht wieder wellt.

  12. Ist das schön! So perfekt unperfekt und bestimmt nicht zu wiederholen, grandios! Die Blumen kommen von der Blümchengardine als Sieb, oder waren sie schon auf dem Stoff? Einfach toll, danke, dass du mitgedruckt hast und dich so schön den Fehlern ergeben hast. So sollte es sein! Liebe Grüße in die Nachbarstadt.
    Michaela

    • Mila says

      Die Blumen sind tatsächlich von der Blümchengardine. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Spitzenmuster so rüberkommt, aber es funktioniert tatsächlich. Danke dir für diese tolle neue Erfahrung (auch wenn ich zwischenzeitlich laut über die Technik geschimpft habe)…

  13. Das nenne ich gelungenes Scheitern. “Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.” meinte doch schon Samuel Beckett.
    Ich tue mich da manchmal etwas schwerer und würde dazwischen gern in den Tisch beißen…
    Da bin ich auf die Weiterverarbeitung des feinen Stöffchens gespannt.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Mila says

      Besser scheitern. Das scheint mein Lebensmotto zu sein. Aber garantiert auch besser als “schlechter erfolgreich sein”, oder? Ich vernähe schon einen Teil des Stoffes.

  14. Hach…so schön wäre ich auch gern gescheitert…(aber ich habe es gar nicht erst versucht…;-)). Liebe Grüße, Lotta.

    • Mila says

      Zwischendurch habe ich mir gewünscht, dass ich gar nicht erst in Versuchung gekommen wäre. Nachher ist’s dann doch schön, aber in der Zeit zwischen Anmeldung und Fertigstellung… Argh…

    • Mila says

      Das habe ich bei Pinterest aufgeschnappt. Es ist schon inspirierend, mit was Leute alles drucken.

  15. Ich finde Deine Drucke wunderschön. Super gescheitert.
    Lieben Gruß
    Katala

    • Mila says

      Dankeschön! Du hast durch die Ligusterbeeren ja einen Anteil dran…

  16. Ich kann das Ergebnis ja auch schon live bewundern – so schön! Vielen Dank für diese Stoffe und ebenso für die Geschichte vom “glücklichen Scheitern”. Hoffentlich werde ich mich daran erinnern, wenn etwas mal wieder nicht so läuft und nicht so wird, wie ich es mir vorgestellt hatte …

    • Mila says

      Das wünsche ich dir sehr, es befreit doch von diesem miesen Gefühl, das dem Scheitern anheften kann…

  17. welch wundervoller Stoff! und ich bin so aufgeregt, mit Gardine als Sieb??!! nun denn, ich habe ein Mission ! lieben Dank für deine Inspiration!
    feine Grüße zur Wochenmitte
    Denise

    • Mila says

      Jetzt bin ich gespannt, was du draus machen wirst. Ich war ja schon von deinen Pilz-Rosen sehr angetan!

  18. Martina Hilgert-Vervoort says

    Liebe Mila,
    deine Stoffe sind TOLL. Habe mich gar nicht mehr eingekriegt. Ganz besonders. Es ist wie mit dem Drucktuch: das Unvorhergesehene wird am Schönsten und : Scheitern gibt es nicht. Nur probieren und sehen was dabei rauskommt. Excellent. Vielen Dank.
    Liebe Grüße von Martina (facebook: Soloquilt)

    • Mila says

      Liebe Martina, vielen Dank, das freut mich sehr. Leider bin ich nicht bei facebook, sonst hätte ich dir eine Nachricht hinterlassen können. Danke dir auch für deinen Kreativ-Druck!

  19. Was heißt denn hier gescheitert, liebe Mila?! :) Die Stoffe sind wunderschön geworden, einfach bezaubernd. Gedanklich hänge ich gerade deinen Fisch-Stoff an meine Fenster. Die Materialien hätte ich auch hier, nur fehlt mir noch ein wenig Mut :)
    Hab eine schöne Zeit.
    Allerliebste Grüße
    Kama

    • Mila says

      Oh, du traust dich bestimmt & machst etwas ganz Besonderes daraus, wie bei deinen anderen Werken. Da bin ich mir sicher.

  20. Deine schönen Scheiterversuche gefallen mir sehr. Zusammen mit den gefärbten Stoffen eröffnen sich dir jetzt ja unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten. Ich bin sehr gespannt, was noch alles folgen wird.
    LG Carmen

    • Mila says

      Unendlich. Das stimmt wohl. Leider?! Ich will ja auch noch was aus den Schürzen machen & & &

  21. Pingback: auch das schon vorüber… frühlingspostwoche #8 | Dania Blog

  22. Liebe Mila,
    deine Stoffe sind angekommen und wunderschön. Richtig edel. Ich bin total begeistert. Jetzt nachdem ich deinen Blogbeitrag gelesen habe, wundere ich mich doch schon über den Unterschied, wie man seine Arbeit selbst wahrnimmt und wie es andere tun. Als ich dein Päckchen ausgepackt habe, wäre ich im Traum nciht darauf gekommen, dass es aus einem Fehler entstanden ist. Für mich hat es einen Wow-Effekt.
    LG
    Ute

    • Mila says

      Ach, wie schön, liebe Ute, das freut mich sehr. Ich glaube, es ist immer so, dass man die eigenen Werke kritischer sieht. Womöglich liegt es an dem Bild im Kopf, das man vorher schon hat – und am Ende sieht das geschaffene Produkt doch nie so aus wie das in der Fantasie?!

  23. Liebe Mila,
    wie schön, dass Du das schöne “Scheitern” so gut geniesen kannst♥
    Dein Stoff sieht nämlich wirklich toll aus!
    Ich habe das bei meiner Arbeit auch öfter, dass uns Vorgänge nicht so gut gelingen. Wir sind aber mittlerweile Meister im aus-Fehlern-gewollte-Effekte zu machen 😉
    Viele liebe Grüße und habs fein,
    Kerstin

    • Mila says

      Diese Meisterschaft möchte ich auch erlangen!

  24. Liebe Mila,
    dein Stoff ist Himmlisch. Mir gefällt er sehr gut 😉
    Ich wünsche dir schöne Pfingsten
    Sonja

  25. Wunderschön! Ich bin wirklich begeistert, so ein tolles Motiv würde ich trotz und wegen der kleinen Unterschiede im Druck sofort kauften. Das mit der Luftpolsterfolie hab ich so noch nie gesehen, ein super Trick. Liebe Grüße!

  26. Liebe Mila, ich finde Dein Stoff wirklich Zauberhaft einfach schön. Wenn ich ihn anschaue fange ich gleich, vom Meer und seinen Lichter- spielen zu Träumen! Dein Beispiel zeigt mir mal wieder – nicht gleich aufzugeben , sondern erst einmal einfach weiter zu machen!
    Dir einen Schaffensreichen Tag, lieben Gruß von Katharina

  27. Oh, deinen Fischstoff find ich ganz toll und ungewöhnlich! Lässt viel Raum zum Schauen, und das mit der Luftpolsterfolie merk ich mir:-) Liebe Grüße, Dagmar

  28. Das ist so atemberaubend toll! Scheitern liegt wirklich im auge des Betrachters. Ordentlich und brav ist eh schön – aber so ist es einfach besser!

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