crochet manifesto

Liebeserklärung an die Häkelnadel

Ich liebe es zu stricken, zu nähen, zu sticken, zu basteln und mit den Händen in der Gartenerde herum zu wühlen. Es gibt kaum etwas Befriedigerendes für mich, als etwas selber hergestellt zu haben (und sei es der Kürbis, den ich vom winzigen Samenkorn zu einer imposanten Pflanze herangezogen habe). Aber was ich wirklich über alles stelle, ist das Häkeln. Völlig zu unrecht trägt es noch immer einen leicht spießigen Touch.

Dabei lässt sich nirgendwo so einfach etwas fertigen, wie mit dieser einzigen Nadel und einem Knäuel Wolle. Ich häkele überall. Vor allem in der Bahn, wo mir die Nadeln und die vielen Maschen meines Strickzeugs einfach zu umständlich zu handhaben sind. Mit einer einzigen Nadel forme ich Körper, kann mich völlig darin vertiefen. Und die seltsamen Gebilde, die so entstehen, lassen mich wiederum in Kontakt zu Menschen kommen, die sonst nie mit mir auch nur ein Wort wechseln würden. So viele Frauen, selbst die, die kaum über meine Sprachkenntnisse verfügen (und ich verfüge oft nicht über ihre Sprachkenntnisse), sprechen mich auf das an, was ich da mache, und wollen etwas darüber wissen. Und wenn sie nur darauf deuten und lächeln.

Häkeln befähigt mich, mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu kommunizieren. Ist das nicht einfach wunderbar?

I love to knit, to sew, to stitch, to do handicrafts and rummage around in the garden with my hands. There is few which is as satisfying in my life as creating something myself – even if it is the pumpkin whom I pampered from a tiny grain to an impressing vegetable. But what really stands above everything else is crocheting. It’s completely unjustifiable that a petty-minded lable still sticks to it.

Yet you only need one needle/hook and one piece of wool to create something. I crochet everywhere. Especially in the tube where knitting would be much to complicated with two needles and all these stitches. One hook is all I need to form the bodies of my creatures. I can totally lose myself in this situation. And while strange bodies and forms come into being there are lots of people becoming interested in what I’m doing. Mainly women ask me about it. Some of them don’t even know much about my language (and coming from countries everywhere in the world I don’t know much about theirs). Some of them just point to it and smile.

Crocheting empowers me to communicate with so many different people! Isn’t that just perfectly wonderful?häkelnleicht

4 Comments

  1. Das Foto sieht so aus, als wäre es im Flugzeug entstanden. Darf man eine Häkelnadel mit ins Flugzeug nehmen? Hast du da positive Erfahrungen machen können? Da bin ich ja immer unsicher und lasse es dann lieber bleiben. Und wie sieht es dann mit einer Schere für die Fäden aus?
    Viele Grüße, Goldengelchen

    • Mila says

      Häkeln entspannt mich beim Fliegen ungemein. Bisher haben sie mir die Häkelnadel noch nie verwehrt. Eine Schere packe ich aber lieber in den Koffer.

  2. Super, danke für die Antwort! Ich glaube, beim nächsten Mal probiere ich das dann auch, und für die Fäden packe ich dann eine stumpfe Kinderschere ein.

    • Mila says

      Mit stumpfen Kinderscheren hatte ich allerdings schon Probleme. Die musste ich am Flughafen lassen. Manchmal ist das mit den Regelungen recht seltsam…

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